
Bio-Jungplanzen aus der Region
Der Weg zum eigenen Gewächshaus war eine spannende und herausfordernde Zeit für unser Gemüsebauteam rund um Jonas Engelhardt. Gut zwei Jahre sind von der Planung bis heute für das 48 x 80 Meter große Gewächshaus vergangen. Nun endlich sind unsere ersten Jungpflanzen eingetroffen – ein Moment, den wir alle gemeinschaftlich ungeduldig herbei gesehnt haben.
5700 junge Tomatenpflänzchen und 300 Auberginen-Jungpflanzen, die in der Bioland-Gärtnerei Natterer in Vaihingen-Enz vorgezogen wurden, sind es an der Zahl, die nun nach und nach das neue Heim in Hohenlohe beziehen. Weitere 2400 Gurkenpflanzen und 600 Paprikapflanzen folgen in wenigen Wochen, mit denen dann das Gewächshaus komplett belegt ist.
Tomatenfans dürfen sich auf eine große Sortenvielfalt freuen: Strauch-, Aroma-, Roma-, Ochensherztomaten, Datterinos und Cocktailtomaten in rot, gelb, grün und schwarz.
Vorbereitungen
Rechtzeitig waren die Bodenarbeiten abgeschlossen: Der Boden wurde gelockert, mit Kompost angereichert und gut befeuchtet und ist somit bereit zum Bepflanzen. Im Übrigen ist es heute leider keine Selbstverständlichkeit mehr, dass Pflanzen tatsächlich noch in natürlichem Humus wachsen dürfen. Überwiegend greift man heute auf Substrate bzw. sogar Nährstofflösungen zurück. Keine Option für uns, denn wir sind der Überzeugung, dass nur ein gesunder Boden wertvolle Lebensmittel hervorbringen kann.
Pflanzen
Endlich wird´s grün im Gewächshaus. Mit seinem Team pflanzt Jonas im Akkord, damit die Jungpflanzen endlich in den Mutterboden kommen. Die Heizungsrohre, die auf dem Boden zwischen den Reihen verlegt sind, fungieren gleichzeitig auch als Schienen, auf denen unsere Gärtner bequem mit kleinen Transportwagen die Reihen abfahren können. Für jedes Pflänzchen gibt´s außerdem ein eigenes Schläuchen, über das die Pflanzen gezielt tröpfchenweise bewässert werden.

5700 Tomaten- und 300 Auberginen-Jungpflanzen sind eingezoge

Pflanzen im Akkord: Die Jungpflanzen haben´s eilig und möchten in den Boden.
An die Leine
Da unsere Tomaten hoffentlich eine Vielzahl an Früchten tragen werden, deren Gewicht die Triebe zu sehr belasten würde, steht nach dem Pflanzen gleich das „Anbinden“ auf dem Plan. Alle 5700 Pflänzchen werden durch einzelne Schnüre an einem Drahtsystem an der Decke befestigt und somit stabilisiert. Dabei werden auch direkt die Geiztriebe entfernt, die weniger fruchtbar sind, dafür aber umso schneller wachsen und den normalen Trieben die Wachstumskraft nehmen würden.

Zur Stabilisierung wird jede Jungpflanzen angebunden.

Ordentlich in Reih und Glied: 5700 Tomatenpflanzen sind angebunden.
Pflege und Schutz
Unser Gemüsebauteam ist bereits bekannt für seine Experimentierfreude, aber ohne die gewisse Portion Erfahrung geht im Gewächshaus gar nichts.
Da wir keine künstlichen Pflanzenschutzmittel einsetzen, können wir Krankheiten und Parasiten nur durch die Klimaführung im Gewächshaus und durch den gezielten Einsatz von Nützlingen vorbeugen.
Außerdem hat jede Kultur in Bezug auf Wärme- und Feuchtigkeitsaufkommens teils recht unterschiedliche Ansprüche: Tomaten wollen warme Wurzeln und niemals nasse Blätter, Gurken mögen überall Wärme bei gleichzeitig hoher Luftfeuchtigkeit. Aber auch Pilze mögen´s warm und feucht, weshalb hier eine exakte Klimaführung unabdingbar ist, damit die Pflanzen gedeihen können, gleichzeitig aber frei von Krankheiten bleiben.
Im Kampf gegen Schädlinge setzen wir ausschließlich auf unsere tierischen Mitarbeiter.
Ein Hummelvolk ist bereits eingezogen. Ihre Aufgabe wird es künftig sein, für die notwendige Bestäubung der Blüten zu sorgen. Unsere Raubmilben wohnen auf und rund um unsere Auberginenpflänzchen und halten sie frei von den unerwünschten Spinnmilben. Verschiedene Schlupfwespenarten umschwirren die Tomaten – jede Art nimmt dabei den Kampf gegen einen bestimmten Schädling, wie beispielsweise die Weiße Fliege oder Blattläuse, auf.

Unser Hummelvolk zieht ein. Die Chefs Hartmut und Jonas Engelhardt begrüßen die neuen, tierischen Mitarbeiter.

Neugierig erkunden die Hummeln ihr neues Heim.

Mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen: Hier tummeln sich Nützlinge, die künftig unsere Pflanzen gegen Schädlinge schützen.

Raubmilben werden unsere Auberginenpflanzen gegen Spinnmilben verteidigen.
CO2-neutrale Bio-Tomaten, -Auberginen und –Gurken aus der Region
Dass wir keine fossilen Brennstoffe einsetzen werden, war uns von Beginn an klar. Erstens würde das nicht mit unseren persönlichen Klimazielen übereinstimmen und zweitens haben wir in unseren heimischen Wäldern die Situation, dass jährlich mehr Holz heranwächst, als genutzt wird. Geheizt wird also mit regionalen Hackschnitzeln, das Wasser für die Bewässerung kommt aus unserem Teich und selbst das Abwasser vom Dach des Gewächshauses wird aufgefangen, aufbereitet und eingesetzt.
So sind wir mit dem Bau unseres Gewächshauses auch wieder einmal den Beweis angetreten, dass eine nachhaltige Landwirtschaft möglich ist, die ökonomisch sinnvoll, aber gleichzeitig umweltschonend und sozial vertretbar ist.
Stolz wie Bolle sind wir jetzt schon, unseren Kunden ab ca. Mitte April, schmackhafte, regionale und CO2-neutrale Tomatensorten, Auberginen und Gurken anbieten zu können.

Ein Gewächshaus für Hohenlohe
3 Comments
Herzlichen Glückwunsch! Eine absolut geniale Verwirklichung einer super Idee! Alles Gute euch für eure Arbeit und vielen Dank für die interessanten Informationen und klasse Bilder! Freu mich schon auf die erweiterte Vielfalt!
Vielen Dank für Deine lieben Worte!
Liebe Isabelle, wir haben begonnen unser CO2-neutrales Gemüse zu ernten! Auberginen, verschiedene Gurken und eine große Tomatenvielfalt kommen nun aus unserem eigenen Anbau…